Schweden-Tagebuch -- Das Erste 1992

Berlin Mitte 22.07.1992

Berlin Mitte

Kreidekueste

Thoemi Faehre

22.7.

Nach totalen Stressaktionen sind wir halbzwölf endlich los! Ab nach Norden. Der Berliner Stadtverheiz hielt sich in Grenzen, bald waren wir auf Kurs Liebenwalde/Zehdenick (ohne Rauchpause!). Zehdenick haben wir unsere Gurken betankt und belüftet. Schubert musste erstmal seine Scheißgabel aufpumpen. Ansonsten haben die bepackten Karren echt Stil. Schubert hat jetzt echt Bedenken, ob wir die 18:00 Fähre noch kriegen. – Also übelster Verheiz bis Nonnenmühle. Es geht permanent durch die Mitte und ab und zu wackelt auch die Grasnarbe neben der Straße. Gegen halbdrei waren wir in Nonnenmühle und haben kurz was gefressen. Bis Greifswald sind wir noch stressig gefahren, aber dann lagen wir gut in der Zeit. Auf Rügen war der Bär los, aber schließlich hatten wir dann schon um halbfünf unsere Tickets gen Schweden in der Hand. Beim Warten auf die Fähre war es noch nett mit einem GS-Pärchen aus München zu snacken. Das Fährerlebnis war jedenfalls total geil. Schubert und ich permanent mit Sonnenbrillen – voll Pupe. Anlegen war auch interessant aber dann endlich los. Dafür, dass es beim Zoll Keine Probleme gab, kam es kurz hinter Trelleborg dicke: Für 14 km/h zu schnell muß Schubert 800 Kronen abdrücken – Schade eigentlich. In der Nähe von Anderschlaf finden wir unsere Nachtwiese. Vorher aber noch übelste Koppelzaunaktionen. Und wenn wir nachts mank die Rinder fahren – hör mir auf. Nach bisschen Fressen und Wodka geht´s gegen 2 ins Zelt. Vorher mussten wir noch mit den Karren die Glut ausfahren! Tömi

Sassnitz Faehre

Thoemi auf der Faehre

Kuhwiese

23.7.

Während ich schon um 8:00 wach lag, grunzte er noch seelenruhig und träumte von seinen Stollen. Meine morgendlichen Angelversuche blieben ohne Erfolg, und er stand dann ja auch auf um 10:00. Das Wetter war wunderschön und die Temperatur nahe der Verschleißgrenze. Nach dem Frühstück wieder mit Sack und Pack mank die Kühe und Koppelzäune und on the Road.
Nach einigem Gefummel kommen wir auf gut ausgebaute Straßen und kommen nach mittäglicher Angel-, Rauch-, Fresspause gut 200 km voran. Es hatte nicht lange gedauert, bis sich überall Stumpfwald erstreckte. Links und rechts durchgehende Elchzäune. Das erschwerte unsere Zeltplatzsuche, zumal in dieser Riesenebene ohnehin wenig Seen sind. Wir mussten also permanent auf Seitenstraßen ausweichen um zu gucken und dann doch wieder die Hauptstraße weiterzufahren. 
Außerdem wollten wir unbedingt angeln und sahen schon den Darschen mang die Pfanne. Nach langen Erkundungen, die natürlich mit kleinen Spaßeinlagen, wie Wenden auf der Stelle oder Aufwühlen von Schotterstraßengräben unterlegt waren, fanden wir schließlich einen See, der nach Darschens aussah. 
Man konnte nicht baden. Er gleich los und… Nichts biss – den ganzen Abend nicht. Wir aßen dann also ein typisches Schubert-Essen. Spaghetti schwimmend im eigenen Saft, da uns das Abgießen zu aufwendig war. Eine Büchse Fisch in die Pfanne, die eben noch als Kerzenständer diente, eine halbe Fleischwurst reingeschnitten und während des Brathöhepunkts den Schnaps raufgegossen (hätte nie gedacht, dass 30%iger Brauner so brennt). Es brannte das ganze Essen. Wir wussten dann nicht, ob es wegen der Wachsreste oder dem Schnaps so bitter schmeckte, aber sei´s drum. Der Wodka wurde auch noch alle und um 4:00 ging dann endlich das Licht aus. Martin

Spass am Schotter

Spass am Schotter

Spass am Schotter

24.7.

Wieder am Morgen das Übliche. Er steht schon um 9 auf und will den Darschen zieh´n, und ich schlafe noch bis halb elf. Aber irgendwann treffen sich unsere Blicke zum morgendlichen Fraß, bestehend aus Spaghettiresten, Mamusch, Nusser und Brot. Um 1:00 fahren wir mit dem festen Vorsatz los, einen 300er zu schaffen. Der Reifen rollt gut, und die Karren schlucken eklatant wenig. Weiß auch nicht, wie die das machen, jedenfalls hab ich nach 281km auf Reserve gestellt. Nachdem wir den schwedischen Billigtankautomaten überlistet hatten und wieder Wasser hatten, gings weiter. Die Landschaft ist jetzt total geil. Immer wieder Seen mank die Hügels. Außerdem sehen wir knallhart dem Felsen ins Gestein.
Es musste hier erst recht geraucht. Auf dem Weg zur Arsch- und Rauchpause (die jeder wegen Gurkentausches mit der anderen Karre anfuhr) merkten wir schon, alles ist anders. Lustig hüpfen die Räder mank die Steine und steigungstechnisch geht´s schon zur Sache. Nachdem der 300er endlich stand gings rechts ab zum See. Endlich klappert und knirscht der Schotter wieder unterm Stollen. Der See sieht gut aus, doch nach dem menschlichen Trieb der Fortbewegung müssen wir natürlich ans andere Ufer. Die Kombination Wurzeln, Geröll und Waldboden bringt uns ins Schwitzen, aber schon der Gedanke, dass wir kurz danach auf dem Railroad fahren, heitert uns wie immer auf. Nachdemm wir schickie die Schotterböschung runter sind, sind wir drinnen: Eingekreist von tragenden Blaubeersträuchern und umgeben von einem See, der das Wort Klarer verdient. Übrigens kühlte dieser Klare unsern Doppelkern – keck, nicht!?
Jedenfalls musste jetzt der Darschen gekickt werden. Aber nach 2h geben wir auf. Langsam werden wir garstig auf Darschens. Also gabs Fleischwuas vom Stecken und Stulle. Nach Rauchen, Wodka oder Doppelkern und viel Geseier fiel um 3 der Hammer. Tömi

Trail

trail

23.7.

Wieder probiere ich früh zu angeln, aber ohne Erfolg. Das Wetter ist wunderschön und wir wissen, dass wir heute in noch weniger besiedelte Gebiete kommen. Als wir endlich in der Mittagshitze loskommen, baut sich vor uns zwingend eine schwierige Schotterauffahrt zu einem Bahndamm auf. Beide bleiben wir kurz vor dem Highpoint hängen. Die Maschinen buddeln sich blitzschnell in das lockere Gestein, und nachdem wir sie endlich raus- und über den Bahndamm gewuchtet haben, sind wir schweißgebadet. Dann rollte es hervorragend. Wir fuhren ewig an einem schönen Fluß lang. Es war herrlich und fuhren permanent nebeneinander. Es war kaum Verkehr, aber wenn doch was entgegenkam, war es sehr knifflig mang die Kurven. Vor allem immer eine Hand locker auf dem linken Blinker postiert und komme was wolle – die Hand bleibt liegen. Nach einigen partisanenartigen Suchaktionen mang den Sumpf und so, fanden wir dann an dem Fluß eine schöne Zeltstelle und vielversprechende Angelstelle. Thömi fing auch gleich an damit, aber er fing nur 2 kleine Plötzen. Wir waren ärgerlich und gingen auf Mettensuche mit Thömi´s Gurke und dem guten Reifen. Das brachte abgesehen von Spaß jedoch nichts, und wir gaben auf. Die Laune leicht verschlissen. Wir essen die größere der kleinen Plötzen zum Abendbrot und sind auch noch genervt von den Mücken und Ameisen. Bis uns in der Dämmerung die Idee kommt, noch zu fahren. Nach einigen Umkippern mang die schwierige Flussaue suchen wir uns „leichteres“ Gelände und finden ein dünenartiges Geröllfeld. Darauf ist gut heizen, und wir haben viel Spaß. Damit haben wir das erste Sektionstraining abgeschlossen. Um 11 fangen wir an, Frisby zu spielen bis wir kaputt sind, aber es ist immer noch nicht dunkel. Nun kommt man auf neue Dummheiten. Wir beginnen nachts um halb eins unsere Karren mittels Motorkraft in der Wiese einzubuddeln damit sie selbstständig stehen. Das ist sehr laut, und Thömi gräbt mir noch ein Honda-Loch, weil mein Reifen das nicht mehr so packt. Unterbrochen sind die Aktionen von Rauch- und Trinkpausen. Leider sind schon 2,5 Flaschen alle. Endlich stehen beide Karren, und wir können müde und erfüllt ins Zelt gehen. Martin

Erdarbeiten

26.7.

An diesem Tag sind wir zum ersten mal zusammen aufgestanden. Um 11:00. Nachdem wir nach dem Frühstück erstmal die Karren aus den Löchern gefahren haben, gewittert es. So haben wir passenderweise im Zelt 1h „Menschärgerdichnicht“ gespielt. Gegen halbdrei kamen wir dann wieder los. Bis zur Straße gab es mank dem Gelände noch etwas Arbeit für alle Beteiligten, doch wurde diese dann mit herrlichen Aussichten auf die Berge belohnt, wohin unser Kurs ging. Die Bevölkerungsdichte nimmt bald proportional ab, und wir fühlen uns bald wie im Wilden Westen, oder bald wie in russischen Landen. Sorgen machen uns nur unsere Tanks, denn der nächste (größere) Ort liegt 50km entfernt. Als dann aus der Straße ein gut ausgebauter Sandweg mit Verkehrszeichen wird, drosseln wir unsere Geschwindigkeit auf maximal 55 und schalten das Licht aus. Und kurz danach stehen sie, und wir sehen sie. Elche in 50m Entfernung! Wie zum Fototermin stehen sie da, und einer tut uns noch den Gefallen, in fast greifbarer Nähe über die Straße zu dackeln. Die Landschaft ist wirklich karg hier, aber urig schön. Noch zweimal sehen wir Gruppen von Elchen. Bergab rollen wir nur noch um Sprit zu sparen. Als wir dann doch an eine Tanke kamen, sind wir echt erleichtert. Kurz dahinter wollen wir dann unseren Zeltplatz an einem riesigen See kicken. Also tuckern wir auf schmalen Pfaden dahin. Dass sich diese Pfade schnell zum guten Sektionstraining entwickeln, lässt sich unschwer erraten. Schon müssen wir über schmale Brücken und steile Auffahrten, gespickt mit Steinen und Wurzeln, samt unserem Gepäck. Aber wir sind schon gut und finden ohne Verschleiß einen Zeltplatz mank den Heidekraut. Zur Angelei braucht man nichts mehr zu sagen, dafür hatten wir einen schönen Abend am Feuer, rauchen, und trinken Braunen. Außerdem gab es ein richtiges Sonntagsessen: Spaghetti in Spargel- und Fleischsuppe. Es war köstlichst. Um 1 wurde dann wieder der Schlafsack erwärmt. Tömi


27.7.

Wir erwachten bei Regen, doch es klarte bald auf und sah gut aus. Nach schönem Frühstück ging es in die Berge. Wir wollten uns eigentlich vergewissern, dass wir den Berg nicht hochkommen (1008m) und fuhren erst zögerlich eine Skipiste hoch. Das ging trotz Schotter und Geröll sehr gut, und wir fuhren einen Pfad weiter, bis uns Rentiere an der Weiterfahrt hinderten. Wir warteten bis sie sich verpupen und beschließen beim Rauchen den Hill ganz zu erklimmen. Es war sehr steil und mit Steinen gespickt. Thömi blieb einmal hängen, kam aber wieder aus dem Knick, und beide kommen wir ohne Verschleiß oben an. Der Regen kam, und ab gings in die Tiefe. Leider fuhren wir zu weit und verstrickten uns maßlos mang Felsbrocken, Sumpflöchern und Gestrüpp. Es regnete. Es ging nicht anders, wir mussten, egal wie, wieder hoch, um an den nächsten Pfad zu kommen. Nachdem wir den ärgsten Regen unter dem Überzelt mang die Karren abgewartet hatten, ging es los. Zuerst wurde die Honda samt Gepäck Zentimeter für Zentimeter hochgewuchtet. Nach 10m sprang durch seitlichen Druck eines Steines an die Kettenführung die Kette ab. Nachdem das geschafft war, ging es weiter, und nach einigen Zwischenstationen haben wir es vorläufig geschafft. Die Kombis waren nun von innen und außen tropfnass. Nun kam die Yamaha dran. Die Asterei spottet jeder Beschreibung, zumal wir zweimal bergrunter umgekippt sind. Es gab aber kaum Verschleiß. Damit nicht genug, wollten wir nach einer langen Steinabfahrt über eine große Wiese fahren, um an einen Fluß zu gelangen. Die Wiese entpuppte sich als Moor, und dennoch fuhren wir nach Inspektion hunderte Meter auf handbreiten Brettern hinein, bis wir uns nach einer langen Schlammpassage gemüßigt sahen, umzukehren. Die Rückfahrt ging bergauf und war schwer zu fahren, aber wir kamen heil wieder in dem Örtchen Lofsdalen an. Es war jetzt halb acht und saukalt. Schnell noch Wasser tanken und ab gings 40km weiter östlich an einem herrlichen Fluß. Hier fanden wir ohne zu suchen einen Zeltplatz. Kaum hatten wir aufgebaut, fing es auch schon an zu regnen. Wir aßen im Zelt und schon stieg die Stimmung. Nach kurzem Resümee schliefen wir total erschossen ein. Martin


28.7.

Nach dem vorigen, wohl aktionsreichsten Tag, folgt nun unser ruhigster. Der Regen will es so, dass wir erst um halb eins aufstehen. Irgendwann brennt dann auch durch wundersame Kräfte unser Feuer, vielmehr kokelt es so dahin. Ständig sind wir dabei es anzublasen, denn die Kiefernstecken sind so vollgesogen wie unsere Kombis und Stiefel, die wir nun trockenlegen. Schließlich kocht dann irgendwann doch das Wasser und es gab Schubertfraß die zweite: Knödel mit Zucker und Mamusch. Danach endlich der lang ersehnte Bautag. Martin wechselt sein Ritzel, ich meinen Ölfilter, alles zur vollsten Zufriedenheit unserer Karren. Beim Rauchen kommt uns dann die glorreiche Idee, die Darschens mit Flugangelei zu überlisten. Schon sind zwei ahnungslose Hummeln gekickt. Hummeln eingefettet, ran an den Haken, los geht´s und --- nichts! Bis auf zwei Bisse bringen wir wiedermal nichts zustande, haben aber unseren Spaß. Nach Abendbrot und Frisbyspielen, essen wir dann noch Spaghetti, um dann nachts um 12 nochmal Frisby zu spielen. Toll wie sich die Scheibe bei Yamahalicht so aufhellt! Nachdem wir die Karren schickie ums Feuer gestellt haben, gehen wir dann um halbdrei ins Bett. Tömi


29.7.

Wir standen spät auf und kamen erst nachmittags los. Wir fuhren nach Hede, und ab gings in die Pampa. Nur noch Schotterpiste, die permanent von Rentieren gespickt war. Wir mussten ständig warten, bis die Viecher sich endlich von der Straße verpupen und wären um ein Haar in eine Gruppe reingehauen, die vor uns auf die Straße sprang. Dann fanden wir einen etwas sumpfigen Zeltplatz an einem See mit Pseudobeach. Leider waren auch hier massenhaft Gnitzen und Ameisen. Vorher hatten wir an der Srtaße langtuckernd einen Beutel Pilze gekickt. Wir freuten uns barbarisch auf das Essen, denn wir hatten uns noch zum Zwiebelkauf verleiten lassen. Vorher musste aber noch ein Sektionstraining mang die Berge abgelegt werden. Kurz vorher war es passiert. Thömis Ohr ist verschlissen. Bei dem Verheiz kriegt mein Rechtes auch noch eins vorn Bug. Ansonsten verschleißfrei! Das Essen gelingt uns vortrefflich mit Reis, Pilzen und Zwiebeln, und wir beschließen eine Wurfangel zu bauen. Schnell sind zwei 8er Muttern an die restliche Sehne geknotet und das ganze mang den See geworfen. Aber selbst auf diese List fallen die Darschens nicht rein. Dennoch gehen wir gegen eins zufrieden schlafen. Martin


30.7.

Heute kommen wir erst um 1 raus. Nach Frühstück tuckern wir dann bald los. Auf der Schotterpiste hat wieder jeder eine Tüte am Lenker um Pilze zu kicken. Dann ist die Schotterpiste zu Ende, und wir probieren einige Wege aus, um weiterzukommen. Aber es ist unklar, jedes mal enden die guten Wege im Nichts. Ein paar mal versuchen wir auf Pfaden weiterzukommen, aber auch hier ist bald Ende. So bleibt außer ein paar Spaßeinlagen nichts übrig. Also immer wieder bis zum Ausgangspunkt der Laufbahn zurück. Die letzte Möglichkeit wegzukommen bildet ein Schotterweg, und wir finden dann auch einen Zeltplatz auf einer Halbinsel im Stausee. Uriger kanns kaum sein. Es braucht schon ein wenig fahrerischen Gefühls hier die Karren raufzufahren. Das haben wir, doch zeigen wir kein Gefühl, als wir das Zelt aufbauen. Nach dem Motto „Hauptsache die Heringe stecken“ steht es bald schief auf Steinen. Apropos Heringe – wir haben immer noch nichts geangelt, aber das kennen wir ja. Dafür hat unser Feuermach schon Routine, und es wärmt uns auf diesem windigen Stück Erde. Danach lud uns die Erde noch zum Sektionstraining ein. Thema: Befahren von gerodeten Waldflächen. Dabei entdeckten wir noch einen uralten verkommenen Wohnbus, in dem wir eine undefinierbare Mordfalle, Streichhölzer und einen Rasierer fanden. Auf unserer Insel machten wir dann unsere Pilze zurecht. Schubertfraß die Dritte: Erstens waren viele Pilze angefault, Zweitens kringelten sich überall Maden – aber trotzdem, wir hatten Hunger – und Drittens wurden die Pilze beim Braten rot. Geheuer war uns das nicht, aber wir hatten Hunger und rein mit dem Satansbraten. Die Pilze sind uns dann tatsächlich bekommen, und nach ausgiebigem Plausch ging es dann schon gegen 1 ins Zelt, gespickt von Steinen und Schrägen. Tömi


31.7.

Heute wachten wir ziemlich früh auf und als wir beim Essen waren, fing es an zu regnen. Wir aßen im Zelt weiter. Nun ist unser Brot, Marga, Mamusch und Nusser alle. Kaum hatten wir das Feuer angemacht, fing es übelst an zu hageln. Es ist überhaupt sehr kalt. Wir schlafen in mind. 2 Pullis und Hose und kriegen das Zeug auch tagsüber nicht aus. Es hagelte permanent, und wir schliefen darüber ein. Leider verging so die Schönwetterperiode, und wir wurden von einem Angler und Hund geweckt, der hier Aborn angeln wollte. Unsere aktive Phase wurde durch Hunger ausgelöst. Erst bauten wir an den Karren herum und fanden beim Holzsuchen Pilze. Dann gingen wir auf Pilzjagd und fanden noch ein Messer. Übrigens ist der Foto verschlissen, und wir sind an dem wohl schönsten Platz unserer Tour. Birkhühner haben wir schon gesehen und sind wieder Rentieren begegnet. Schade ist nur, dass wir uns nicht waschen können, denn es ist schon zehn Tage her. Wenn morgen schönes Wetter ist, machen wir Waschtag. Wir haben einen alten Bus entdeckt, steht im Wald als Wohnbus. Zeitungen von ´69 und sonstiger Pröl sowie eine komische Falle. Da hängen auch Handtücher, und die wollen wir zu Waschlappen umfunktionieren. Ansonsten haben wir dann nach fürstlichem Pilzmahl noch Frisby gespielt. Das Feuer wärmt uns den Rücken und es geht uns gut. Unsere Gedanken drehen sich grade nicht um Nahrungsbeschaffung, aber meistens haben wir nichts anderes im Sinn. Die Stille jetzt ist wunderschön. Aber zum Thema: Thömis Ölstand ist beängstigend gesunken, und wir müssen ohnehin bald Brot kaufen. Aber jetzt ist Weekend und wir kommen schon durch. Martin


1.8.

Heute wachten wir bei wunderschönem Wetter auf, dass dann auch den ganzen Tag so blieb. Nachdem das Feuer brannte, und wir süße Nudeln zum Frühstück aßen, fuhren wir erstmal zu besagtem Bus. Flink sind ein paar Karosserieschrauben gezogen, und die Unterlegscheiben für Martins Fußrasten besorgt. Außerdem haben wir noch eine Alustrebe für meinen Seeblick gezogen, und schon strahlen die Gurken wieder Perfektion bis ins Detail aus. Und dann nahmen wir noch ein altes Handtuch mit und es ist passiert! Nach 11 Tagen waschen wir uns. Ob Achseln, Poperze oder Nille – für Bakterien ist nun erstmal Totenstille. So konnten wir uns erstmal der Nahrungsbeschaffung widmen. Das Pilzesuchen wird immer müßiger, aber irgendwie wird unsere Pfanne am Abend doch noch voll. Unsere Mägen auch. Den Zeltplatz lieben wir immer noch, doch nachdem wir uns nun schon so entkeimt hatten, sollten auch unsere Karren dran. Sektionstraining „wasserfahren“. Wir also los und ich gleich rein. Dummerweise hätte ich nicht gedacht, dass der See so steil rein geht und schwupp – liegen Honda und Fahrer im Wasser. So saßen wir dann bald wieder am Feuer und trockneten die Stiefel, Socken und Hosen. Zu diesem Tag ist übrigens noch zu sagen, dass wir nicht geangelt haben, und ein erfolgreiches Sektionstraining „karre mit der Hand ankicken“ durchgeführt haben. Ab 1:00 machten wir dann unser Niggerchen. Tömi


2.8.

Der Tag begann mit Regen und Wind. Ein Schauer jagte den nächsten. In einer Feuerpause machten wir dann Feuer und aßen wieder 500g Spaghetti mit Zucker. Wir kamen erst um 5:00 endgültig aus dem Zelt, als sich das Wetter beruhigt hatte, und wir es nicht mehr aushielten. Wir machten nen Kartenkick und beschlossen beim Tee, diese unwirtlichen Gefilde morgen zu verlassen. Danach rafften wir uns noch auf, diese Schotterpiste zu Ende zu fahren. Wir wollten es wissen. Jetzt wissen wir es. Kombis, Beinlinge, Helm und Handschuhe und ab gings. Nach einigen Kilometern wurde die Piste ein Weg und alsdann ein Pfad, der alles in sich barg. Sachte ging es zuerst über die schwierigen Steinpassagen, und schnell werden wir ruhiger. Das Gelände war nur stehend zu befahren und erforderte viel Konzentration. Mächtige Wurzelblöcke kreuzten den Weg, und dann die Schlammpassagen! Oft waren sie um 50m lang, und wir kamen nur im 2.Gang mit full speed durch. Beim Reinfahren in die tiefen Schlammlöcher wurden die Karren sofort auf null km/h gebremst, und zuerst wären wir fast übern Lenker geflogen. Dennoch buddelten sie sich schnell wieder frei, und die Schlammfontänen waren manchmal das Aus für den Hintermann. Bald flogen wir nur noch so über das Gestein und durch die Kurven. Munter hüpften die Räder in die Luft, und nur noch 2. oder 3.Gang. Nach 7km gab uns die nahende Dunkelheit und eine schwere Schlammpassage den Anlass zum Umkehren. Wir rauchten und würdigten so unseren weitesten Vorstoß in die Pampa. Zurück ging es noch einen Zacken schärfer. Thömi blieb noch beinahe im Schlamm stecken, weil er den 2. Gang in der Hektik nicht fand – kam aber ohne nasse Füße wieder raus. Es gab keine Halbherzigkeiten mehr. In den Spitzkehren und Kurven nur Stoff, und weg waren die Karren. Und dann sahen wir sie. Wir hatten uns verfahren, und da stand sie mitten im mannshohen Weidengestrüpp – ne Elchkuh. Riesig, mit ebenso riesigen Ohren, stand sie da rund 50m entfernt. Mit Eleganz schwang sie dann ihren Riesenkörper durch das Weidengestrüpp davon. Das war wunderschön. Verschleiß gab es nicht. Die Karren und Klamotten sehen aus wie Schwein, und jetzt trinken wir Tee und werden uns einen Nudel mit Wurst gönnen. Das Wetter ist jetzt auch gut, und es wird noch ein schöner Abend werden. Martin


3.8.

Heute sind wir bei ziemlich gutem Wetter gegen 11:00 raus. Zum Frühstück gabs noch mal ein paar Pilze mit Reis und Fleisch, und gegen 2 kamen wir dann los. Oft kreuzten Rentiere unsere Wege und einige Male blockierten auch unsere Räder. Ein weiterer Schreck war dann, dass wir schon bei 130- bzw. 150km auf Reserve stellen mussten. Kurz danach sah ich dann schwarz. Mein Helmschirm kam blitzartig wie bei einer Ritterrüstung runter. Einziger Unterschied ist jedoch der, dass erstens bei einer Ritterrüstung Sehschlitze sind und zweitens, dieser Helm nur halbherzige Plastnippel hat, die man nicht mehr wieder findet. Also Visier ab, Sonnenbrille auf und weiter. In Hede kamen wir dann auch noch rechtzeitig zur Tanke und wollten bis Hagvalen. Nach 25km hieß es aber wieder umkehren- die Zeitnot ließ den Pfad (im Atlas eine Strichellinie) nicht zu. In Tännäs erreichten wir dann aber doch rechtzeitig den Lanthandel. Viele schöne Dinge wurden unser eigen. So z.B. Kartoffeln, Mamusch oder Eier. Dann ging es mank den Asphalt weiter, aber in ein Sauwetter. Als es anfing zu regnen, also rechts runter vom Beton in Richtung Holzschuppen. Man ahnt was Böses, als eine Frau just zu dem Zeitpunkt zu uns ruft, als mir die Schuppentür entgegenfällt. Wir also hin, und sie gibt uns eine Kammer zum Quartier. Einfach so – schwedische Gastfreundlichkeit – wunderschön. Die Sachen trocknen, es ist warm, wir essen Pellkartoffeln mit Salz und Marga. Und jetzt sitzen wir hier am Tisch und Martin will, dass ich aufhöre, ihm ist langweilig. Gut, aber schön ist es hier und sicher werden wir bald gut schlafen. Tömi

Jetzt regt er sich auch noch über den Schluss auf. Dinge gibt’s?! Jetzt nennt er mich auch noch Snop!


4.8.

Heute starten wir nach Eierfrühstück und Verabschiedung von der Frau um 1:00. Wir fuhren 50km bis mang die beiden Nationalparks an einen Fluss, wo wir nach kurzer Schlammschlacht und Umfahren eines Sumpfes bald einen wunderschönen Zeltplatz fanden. Fische gibt es hier viele. Ständig jagen Forellen, und so fangen wir auch bald mit Teig oder Larven an, zu angeln – aber Nichts. Zu allem Überfluss Fängt es ständig an zu regnen, und wir verzehren im Zelt unser letztes Brot, um dann in einer Schauerpause doch noch Nudeln zu kochen. Beim Messerwerfen sind wir bisweilen erfolgreicher und das macht viel Spaß. Aber auch mit der Flugangel lassen sich die Darschens nicht überlisten, und wir sind ein bisschen deprimiert. Survivor-Trick Nr.1: Ruhe bewahren! So schlafen wir dann beim Regen so mir nichts, dir nichts ein und merken erst viel später, dass wir noch nicht im Schlafsack liegen. Martin


5.8.

Über diesen Tag gibt´s leider nicht viel zu berichten. Das lag weniger an uns, die wir schon gegen 10 aufstanden, vielmehr an totalem Scheißwetter. Früh essen wir dann wieder mal süße Nudeln, die wir langsam satt haben, aber so richtig satt sind wir ja nicht mehr. Während der Regenpausen üben wir uns weiter im Messerwerfen, dass aber oft unterbrochen wird. Einmal entschließen wir uns zu einem Gang in die nähere Umgebung, und der wird auch schön. Wir sehen Bibers Bauten live! Unglaublich, was die so schaffen. Wir schaffen auch an diesem Tag keinen Fressfisch an die Angel, obwohl wir weiterhin vor Ideenreichtum sprudeln. So werden diesmal mühsamst 3 Kleinstforellen geangelt, um sie als Köderfischchen zu benutzen. Über den Erfolg hüll´ ich mich in Schweigen. Ansonsten wurde bei Regen und Hunger noch der Entschluss gefasst, am morgigen Tag Richtung Süden die Kälte zu verlassen. Also noch Luftfilter gucken. – Aber nichts drin. Wir können uns weder freuen noch sauer sein, aber jeder möchte immer Süff sehen. Nach abendlichem Tee und Nudeln im Magen, geht’s um zwei ins Bett. Tömi



6.8.

Heute standen wir um 10 auf und begannen den Tag mit Messerwerfen. Es gab zur Abwechslung Nudeln mit Zucker und Dzem und mang dem Rauchen geht’s ans Packen. Wir fahren die Karren noch unbeladen durch den Graben und dann los. Das Wetter ist noch gut, aber es zieht etwas auf. Die Rücktour durch die Sumpfwiese auf XR-Bikers Spuren entlarven wir schnell als Hardcore-Schlammschlacht. Thömi bleibt stecken und beinahe wäre auch noch die Kette abgesprungen, beim Drehen im tiefen Schlamm. Das müssen wir ändern mit der Kettenführung. Er sah aus wie zwei Schweine, und die Karren waren wieder völlig zu. Dann gings Richtung Särna. In Idre haben wir noch getankt und eingekauft, und hier überraschte uns dann noch der erste Schauer. Nach dem 2. Regenstop beschlossen wir durchzufahren, und zogen das bis auf Rauchpausen durch. Hinter Malung entfuhren wir dann endlich dem Regen und es war herrliches Wetter und spürbar wärmer als oben. Wir fuhren so schön und da passierte es: Ich musste unerwartet früh auf Reserve schalten – 20km hinter Vansbro. Der nächste Ort war mit 50km ausgeschildert und mir war klar, dass ich das nicht schaffen würde. Also fuhr ich Windschatten und hoffte auf eine Tanke vorher. 15km vor dem Ort kamen wir dann zum Stehen und das Abschleppseil wurde aktiviert. Darauf hatten wir uns schon lange gefreut, und es klappte hervorragend. Dann tankten wir tatsächlich voll und freuten uns verdammt, dass alles so geklappt hatte. Die Honda hatte zuvor im 6.Gang mang die Berge ganz schön zu ziehen, aber wir fuhren 70km/h. So, und jetzt sitzen wir hier 10km weiter am See nahe der Straße, kochen Kartoffeln und freuen uns, dass man nur noch einen Pullover anhaben muss. Biber gibt es hier auch, und eine Bisamratte schwamm gerade ganz dicht vorbei. Wir sind froh, endlich mal wieder gefahren zu sein, und gleich besseres Wetter zu haben. Martin

Strasse

7.8.

Nachdem wir gegen halbelf aufstanden und süße Nudeln aßen, probierten wir noch mal zu angeln. Um gleich zur Begründung überzugehen: Es war zu flach. Also entschlossen wir uns, den Mamuscheimer voll Blabeeren zu sammeln, und das ging recht schnell. Danach packen und auf den Railroad. Ziemlich lange folgten wir den Schienen, sahen noch einen ausgemusterten Lokschuppen, aber noch keine schöne Zeltstelle. Also ging´s ersmal zum Lanthandel. Nach kurzer Überlegung beschließen wir, dass wir wieder an die alte Stelle am Railroad fahren. Also wieder rauf auf die Schienen und gefahren. Und auf einmal sehen wir die Spuren unserer nur halb geglückten Schotterauffahrt von vor fast 2 Wochen. Also runter die Böschung und baden. Zum zweiten Mal waschen wir uns, und dann gibt’s noch das gute Essen: Nudeln mit Blaubeeren die mank den Schwellen ihren Saft dem Zucker gaben. Köstlichst! Geangelt wurde dann auch noch. 20cm Plötze, verteilt auf 2 Fische holten wir raus. Zeiske würde staunen. Aber beim Messerwerfen stecken in uns noch Reserven. Nach schönem Abend geht´s um 2 ins Bett. Tömi

thoemi


8.8.

Heute standen wir um 11 auf. Es war herrliches Wetter. Thömi ging angeln und ich Blaubeeren suchen. Bald war ein Eimerchen halbvoll. Aber schade, es gab heute keine Fische mit Blaubeeren. Deshalb wichen wir ausnahmsweise auf Spaghetti aus, und es schmeckte köstlich. Dann wurden nach einer Sektion Messerwerfen die Bäuche in die Sonne gehalten. Thömi schickte sich sogar an zu baden und verschwand nach dem dritten Anlauf sogar für kurze Zeit ,mit Sonnenbrille natürlich, im Wasser. Dann kam die Idee, für die Honda einen Benzinmessstab zu basteln. Wir suchten aus dem Umkreis sämtliche Büchsen und Flaschen zusammen, aber es reichte nicht für das noch im Tank befindliche Benzin. Dann rechnen wir unsere Lebensmittelvorräte durch und stellen fest, dass wir am Montag fahren müssen. Schnell sind wir dabei, einen richtigen Reisefahrplan zu entwerfen. Dieser wird bis ins Detail ausgetüftelt und mittels Motorkraft und Blaubeerfarbe bei Redaktionsschluss 20:04 gestempelt. Zufrieden gehen wir angeln und fangen noch zwei gute Darschens. Das ist ne Freude! Die werden dann noch mit Begeisterung und Kartoffeln gegen Mitternacht verzehrt, und nach guter Unterhaltung geht es in die Falle. Martin

Reisfahrplan


9.8.

Wir kommen heute um 11 raus, aber total diesig und verhangen macht uns das Wetter gar nicht an. Die Angelei ergibt eine essbare Plötze, die wir später mit Kartoffler vernaschen. Hin und wieder huscht ein Schauer über unseren Platz, aber der hat sich dann schnell ausgeschauert. Und auf einmal legen wir fest: Der gestrige sorgfältig geschmiedete Reiseplan kommt heute schon zur Geltung. Sofort ist wieder Stimmung ums Feuer. Es wird geraucht, geplant und dann sogar getan. Schlag 17:57 klappern die Karren und 18:00 heize ich zuerst die Schotterauffahrt hoch. Kurz vorm Railroad komm ich ins Hängen, aber nach kurzem Schub steht die Honda auf öffentlicher Straße. Nun die XT. Erster Versuch: Auf halber Strecke ist Schluss, aber im 2. Anlauf heizt Martin elegant drüber. Der Schotter klirrte noch mal wie zum Abschied, und wir sind wieder auf Kurs. Planmäßig verlassen wir Filipstad und sind außer uns, als wir beim nächsten Stop in Kristinehamn auf die Sekunde einrollen. So sollte es auch bleiben. 15min Pause – weiter. Rein in die Dunkelheit Richtung Jönköping, und damit rein in ein richtiges nächtliches Sommergewitter. Der Plan auf dem Tank aber lässt uns nicht los vom Gas. Uns geht ganz schön die Muffe so mank die Blitze. Und einmal krachten tausende von Volten kurz vor uns auf die Straße. Das Krachen hinterlässt in uns zum Glück nur einen großen Schreck. Wir heizen weiter und kommen relativ trocken durch. Jönköping 8min zu spät – Allegro tanken, Tüften fressen, Rauchen, weiter. Ein neuer Tag hat begonnen. Tömi

strassengraben

10.8.

Und schon geht’s weiter. Vom neuen Tag ist allerdings noch nichts zu merken. Wir tanken bei Texaco und fressen Kartoffeln mit Salz und Wurst. Schnell einen Schluck Wasser hinterher und dann rauchen. Die Uhren sind am Lenker befestigt und die Zeitansage kommt pünktlich und auf die volle Minute wird gefahren. 30min sind nicht lang und erst auf der Karre merken wir, dass wir nicht mehr richtig entspannt sind. Unsere Etappen sind 70-110km lang, und wir können uns keinen Zeitverlust leisten. Also fahren wir durch. Dennoch haben wir beschlossen, jeden Kreisverkehr zweimal zu fahren. Das hält frisch und schont die mittleren Stollen. Immerhin sind wir pünktlich. Auf die Minute gehen die Motoren aus, und es begann sofort der trainierte Pausenrhytmus. Pause nur für den Arsch, denn mit den Gedanken sind wir schon bei der nächsten Etappe und was es vorher noch zu richten gibt. So fahren wir knapp 600km. Als um 4:00 die Sonne aufgeht sind wir schon lange in High-Tech-Schweden Helsingborg Malmö. Es stinkt nach fauligem Ostseestrand und Industrie. Vor der letzten Etappe (70km) bis Telleborg noch 15min. Pause auf Höhe Landskrona,und da bis Trelleborg nur noch Autobahn zu fahren ist, gehen wir auf Mittel-80 herunter um dann pünktlich um 6:01 in Treller einzufahren. Jedoch wartete Malmö mit unerwartet vielen Kreisverkehren auf, und so gehen wir nach einem erschrockenem Blick auf die Uhren und die noch zu fahrenden Kilometer auf Mittel-95 um dann tatsächlich nach 600km Strecke in 11h, davon 8h reine Fahrzeit, pünktlich in Trelleborg einzufahren. Unsere Socken sind lange wieder trocken, und wir lassen uns Zeit, denn die Fähre fährt erst um 7:00. So tuckern wir zum Fährcenter. Thömi wollte unbedingt die Karten Punkt 6:01 abgeben, weil das unsere reguläre Ankunftszeit ist. Der Typ im Kartenhaus wird ganz wuschig, und Thömi muss mächtig in die Trickkiste langen, um die Karten bis 6:01 zurückzuhalten – aber geschafft. Jetzt sind wir zufrieden und rollen in Seelenruhe hunderte Meter auf die Fähre zu. Eh wir uns versahen waren wir schon ins Eisenbahndeck eingewiesen. Wir hatten keine Zeit uns über dies zu wundern, denn kaum waren die Karren synchron aus, stampfte der Schiffsdiesel unüberhörbar los und die Fähre entfernte sich mit kraftvollem Schub vom Hafen. Wir hatten die 6:00-Fähre erwischt. Um 7:00 fuhr gar keine, und diese war ganz leer. Wir legten uns nach einem Frühstück hin und schliefen sofort ein, der uns harrenden Strapazen auf Deutschlands Straßen gewiss. Martin