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Der
Sonnabend fängt ganz langsam
an. Schließlich haben wir von letztem Mal gelernt, als wir am
Sonntag nur noch mit Weh und Ach auf die Mofetten kamen. Am Tag davor
hatten wir uns ganze zwölf Stunden lang alle möglichen
Stellen wundgeritten. So doll wollten wir es diesmal nicht treiben.
So ist also Abfahrt erst um neun.
Grenzkontrollen hat man seit diesem Jahr nicht mehr. Es kann sofort
getankt und Geld geholt und dann geht’s schon wieder aus der Stadt
raus, auch diesmal Richtung Süden. Die Oder steht eine Handbreit
höher als letztes Jahr. Auch war es die letzte Woche mit 5 - 8°
recht kalt für die Jahreszeit. Die Vorhersagen haben zudem von
schlechtem Wetter gesprochen. Wie schlecht genau, darüber
bestand allerdings keine Einigkeit in der Wissenschaft. Es wird also
heute nach Wetterbericht maximal 7 oder 13° und es regnet stark
oder auch nicht. Viel schlechter hätte man das mit dem Hahn auf
dem Mist auch nicht hingekriegt.
Zunächst
scheint jedenfalls bei 6°
die Sonne. Man will sich nicht beschweren. Und weil wir schon mal auf
Nässe eingestellt sind, legen wir die Route an den Fluss. So
dicht wie möglich. Genau genommen lassen wir Ihn diesmal nicht
einen halben Kilometer lang aus den Augen. Die Polen haben
wunderschöne Wege durch die Auen angelegt, die nun halb unter
Wasser stehen. Das ist schön was zum Aufwärmen oder auch
zum abkühlen. Je nachdem, wonach einem gerade ist.
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Der
Kiestagebau auf Kilometer sechs ist
auch diesmal wieder dran. Wir können einfach nicht an ihm
vorbei, auch wenn noch so unbefahrbares Material darin rumliegt.
Stürmisch drehen die Räder, aber außer dem Rückstoß
durch die nach hinten ausgeworfenen Masse ist keine nennenswerte
Kraft in Fahrtrichtung zu verzeichnen. Die nötige
Geschwindigkeit ist zwischen den Haufen nicht zu erreichen. So eiern
wir mit heulenden Motoren auf die letzte Böschung zu, dem
Ausstieg. Peter nimmt Anlauf und schafft es bis zum dritten Gang. Das
Drehmoment der 450er reicht damit noch für die Böschung
aus. Er erreicht das obere Plateau gerade so, aber immerhin sicher.
Nicht so die Suzi: Ich kann höchstens mit dem zweiten Gang in
die Böschung, sonst kackt sie gleich unten ab. So tut sie es
erst kurz vor Ende der Böschung. Ich versuche verschiedene
Winkel und kann einmal auch das Vorderrad auf die Oberkante stellen.
Aber das war’s dann. Aus reiner Verzweiflung nehme ich mir eine
grasbewachsene Böschung vor. Hier greift es ganz famos.
Allerdings hat die Sache von Unten nicht annährend so steil
ausgesehen. Als sie nach 15 Metern zuzieht, gebe ich auf, um mich
nicht zu überschlagen. Der Doktor legt sich an den Hang und ich
folge der Schwerkraft. So kann ich noch mal von ganz unten die Suzi
am Hang hängen sehen. Auch nicht schlecht.
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Nach diesem
Ausflug ins Trockene wird
nun nur noch im Wasser gefahren. Durchfahrten und Querungen, Furten
und Nasswiesen, alles kommt unter die Räder, Hauptsache nass!
Vorläufige Krönung ist eine Passage direkt am Fluss, durch
Weidengestrüpp vom Rest der Welt abgeschnitten. Alles steht
mindestens eine Handbreit unter Wasser. Manchmal gibt es etwas
Größeres zu durchmessen. Ungefähr drei Kilometer geht
das so.
Im weiteren
Verlauf des Tages testen
wir schon mal, was erst morgen einen Namen bekommen wird: Kampftrail!
Als wir noch mit den schweren 600ern unterwegs waren, bewegte sich
die Fuhre eher bedächtig durch’s Gehölz. Da wo es richtig
eng wurde, musste man viel Gefühl walten lassen, um die Masse in
Schach zu halten, Hohe Geschwindigkeiten waren da eher nicht die
bevorzugte Gangart. Nun aber schlawenzelt es durchs Holz, dass es nur
so eine Freude ist. Drifts auf engstem Raum sind ohne Voranmeldung
möglich. Wenn das Vorderrad hoch soll, nimm man es eben hoch.
Hier sind die 350er in ihrem Element. Selbst schnelle Manöverfolgen
sind endlos lange ohne Ermüdung möglich. Naja und die exc?
Die ist praktisch eine 350er ehrenhalber.
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Unser Ziel
ist heute eine Gegend, die
ich nach den Quellen des Internets zweifelsfrei als Touristengegend
ausfindig gemacht habe. Auch gibt es hier Reiterhöfe, etwas das
gut mit Endurismus korreliert, wenn es um die Unterbringung geht. Um
dort hinzugelangen, müssen wir allerdings noch einmal in die
Stadt, denn Peters Gute schafft nur 80 km mit der montierten Buddel
hinterm Lenker. Das ist eine gemütliche Tagesleistung für
Radfahrer.
Den Rest des
Abends vergnügen wir
uns beim Essen und Quatschen. Auch Tischfussball wird gespielt.
Morgen erwarten wir Martin hier. Dann geht’s weiter im Dreck.