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8°° Start in
Frankfurt
Tanken. Unter der Autobahn durch nach Süden
Ein
Kiestagebau weckt die müden Glieder, Wir stimmen
grundsätzlich darin
überein, dass dieses Gelände zu hart ist für
den Frühsport. Wenigstens
sind die Karren nun warm.
Nachdem ich meine Sonnenbrille zwischen den Dünen wieder
gefunden habe, setzen wir die Fahrt entlang der Oder fort.
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9°°
Wir finden verschiedene Wege, die uns zum Böschungsklettern
nötigen.
Hier zeigt sich die Überlegenheit des gelegentlichen Trainings
bei
Peter und seiner 450er. Wir Anderen versuchen es ihm gleichzutun. Die
XT will mit mir heute früh noch nicht so richtig die Berge
rauf.
Wir
finden einen guten Weg am Odertal entlang.
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Für seinen Enthusiasmus an den
Böschungen hat Peter
von einem wilden Strauch einen Dorn in seine Hand gerammt bekommen.
Durch seinen Handschuh! Er ist einen Zentimeter lang und steckt
senkrecht im Fingerknöchel. Wir packen unser Werkzeug aus.
Taschenmesser und Zange befördern den Dorn wieder an die Luft.
Peter
gehört zur Gattung der Handschutzlosen. Es lebe die Acerbe!
Kritik an meinem Führungsstiel wird
geäußert. Die Jungs wollen was härteres. |
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10°°
Also ab in Wiesen. Bald erreichen wir den Deich
und da auch der zu schnöde seine Bahn zieht, wird ins Auenland
abgebogen. Hier ist Überflutungsgebiet mit jeder Menge
Wasserdurchfahrten. In einer erneuten Pause wird der Luftdruck in
Reifen und Gabel gerichtet. Die Hinterreifen zumindest der Schwereren
unter uns bekommen nur noch 0,7. Das muss reichen! Die Gilde der EXC
hält das für zu kompliziert. Ich muss gestehen, mir
ging das auch lange
Zeit so. Aber da meistens genug Motorleistung und aber immer zu wenig
Traktion da ist, wollen wir es noch mal probieren und haben uns extra
wieder Verdrehsperren in die Räder montiert. Der Erfolg ist,
dass nun
auf der Wiese das Vorderrad steigt. Liebhaber der Dreckfontäne
vom
Hinterrad kommen nun nicht mehr so schön auf ihre Kosten. |
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In dieser Stimmung
kommen wir in einen
ziemlich zugewucherten Teil des Weges. Zu beiden Seiten sind
Gräben und
undurchdringliches Gestrüpp. Der Biber war auch da und hat
Bäume über
den Weg gelegt. Umkehren will keiner und so ist "Hölzlifahren"
angesagt. Über die Bäume hüpfen, unter
Bäumen durch. Karre flachlegen,
dann wieder springen und gleichzeitig ducken. Dann durch den Graben,
weil drüben ein wenig freier ist und wieder zurück
auf den Weg. |
Große
Erleichterung ist angesagt und lässt
endlich Mann und Maschine wieder frei atmen und die Krallen steigen.
Und nachdem Marcus und Peter es malo wieder behende über einen
Feldgraben fliegen lassen hält es auch mich nicht mehr.
Im 1.
schickie hochgeholt und rüber die dicke blaue. Eigentlich
undenkbar mit
5 mm Restprofil auf dem Ackergold hier im feuchten Torf die LC4 sicher
steigen zu lassen.
Dank Dir Verdrehsperre und 0,7 bar! Schon
schmeißen sich die imposanten Seitengeweihe des MFC
11 an die
Traktionsfront und heben mal eben den Bock über den Graben.

11°°
Die
Auen werden breiter und wässriger. Es glitscht ziemlich, aber
man sinkt
nicht weit ein! Was wir uns nun trauen, haben wir schon lange nicht
mehr so schlimm getrieben! Fast hemmungslos nehmen wir jedes Wasser.
Wir sind zu viert, wir werden die Karre schon wieder rausholen, falls
wirklich mal einer stecken bleiben sollte. Amphibien -Enduro
könnte man
das nennen. Spieltrieb für die Kinderseelen.
12°°
Heute, so höre ich uns abwechselnd in verschiedenen Facetten
sagen:
Heute läuft es, Heute kann uns nichts stoppen! Wir sind wieder
eins mit
unseren Pferden! Die Karren sehen aus wie Sau, die Ketten knirschen,
wir sind nass, aber wir sind warm und die nächsten Aufgaben
des Tages
werden uns eine Freude sein!
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Mittagessen
am Dorfkonsum! Hier gibt's Brötchen und
Brühpolnische, Joghurt und Eis
und hinterher bringt uns die Frau aus dem Laden noch einen Kawa auf
Kosten des Hauses! Es ist eine schöne Erfahrung, so
dreckig und
gleichzeitig willkommen sein zu können.
In
den Dörfern hier scheint seit drei Jahrzehnten die Zeit nicht
mehr zu
vergehen. Vieles erinnert uns an unsere Kindertage in der DDR.
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13°°Mittagsschlaf
fällt aus. Ich kann meine Führungsposition nicht mehr
halten, seit
Peter mitbekommen hat, dass es sowieso immer am Fluss lang geht. Da
nützt auch der Kartentisch nichts, den ich seit einigen
Fahrten
montiert habe. Sandwald geht nun bis zum Fluss und endet mit einer
Böschung. Es staubt. Wir müssen aufpassen, dass wir
nicht in eines der
vielen Schützenlöcher fallen, die hier an der Kante
gebuddelt sind.
Hier, im Land zwischen Warta und Oder sieht man häufig Relikte
des
Krieges. Mir kommen Bilder aus Filmen in den Sinn. Irgendwie sieht das
alles hier nach über 60 Jahren noch ziemlich frisch aus.
16°°
Bald müssen wir den Fluss verlassen, um gen
Norden zu fahren. Irgendwo in den Wäldern gibt es einen Ort,
an dem man
billig schlafen und fürstlich essen kann. Und den wollen wir
heute noch
erreichen.
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Die steilen
Hänge geben noch einmal Kletteraufgaben. Hier kann ich nun
sehr deutlich merken, dass der Hinterreifen nur 0,7 fährt.
(00.7 mit
der Lizenz zum glibbern) Es glibbert schön den Berg hoch.
Motto:
Traktion für alle!
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| 17°°
Das Gelände zieht schon wieder zu. Schon wieder gibt es ein
Tal mit
steilen Hängen. Der Biber war auch hier und hat den klaren
Bach
aufgestaut und daraus einen Teich
gemacht.
Der wird jetzt bebadet. Es ist zwar erst Mitte April, aber wenn man so
etwas findet, kann man eigentlich nicht so einfach wieder abhauen, ohne
den winterbleichen Körper darin zu benetzen. Und so schwimmen
wir ein
wenig bei den Bibern. |

18°°
Wieder Wege... Als Zwischenziel ist Lago sehr
schön, aber wir sind so
fertig, dass wir jetzt keine Pause mehr vertragen. Zu groß
ist die
Gefahr, dass wir es danach nicht mehr auf die Mopeds schaffen. Und so
ziehen wir weiter. Die Strecke führt am See lang. Es ist nun
immerhin
so spät, dass alle Wanderer schon zu Hause sind. Keiner
stört uns und
wir stören auch keinen. Weiter oben am See versuchen wir noch
mal die
Hänge, weil sie so schön sind. Es ist aber nicht mehr
viel aus uns
rauszuholen.
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19°°
sind seit fast elf Stunden unterwegs und haben es schlimm krachen
lassen. Martin zergurkt sich noch den Fuß zwischen Hang und
KTM. Marcus
packt sich bei einer Baumquerung hin. Der Hinterreifen von Martin
konnte nicht mehr anhalten und ist nun mit berüchtigtem 0.0
unterwegs.
Soweit sollte man auch im Gelände nicht ablassen. Ein Stecken
schmeißt
mir die Kette vom Rad, was einen Pittstopp im Hochwald bedeutet. Wir
brauchen jetzt den Ausstieg, damit nicht noch irgend etwas schlimmes zu
Bruch geht. Die letzten 7 km nutzen wir das polnische
Straßensystem.
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20°°
In
Lubnewice gibt es eine Finnhütte mit gehobenem Standard
für uns und die
müden Glieder. Ich kann kaum noch laufen. Im Restaurant gibt
es
Schnitzel und Wein und später in der Hütte noch Bier
mit dem passenden
Namen Zywech!!!!
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5.30°°
Der nächste Morgen kommt
unbarmherzig!
Reifenmontage- zum
Glück finde ich in der Nobelhütte etwas Kaffee um mir
den Anfang zu Erleichtern. Der
Ackergold sprüht geradezu über vor Eifer wenn es
darum geht aus dem
Felgenbett zu flutschen- kein Problem mit dem Reifen. Bardo leiht mir
noch seinen Mini- Kompressor und ab damit.
7.30°°
Abfahrt.
Wir habe noch ein gutes Stück vor uns und mein Fuß
(da ist mir gestern
die Mofette raufgefallen macht Ärger. Ich verlege mich mehr
auf das
Fotografieren |

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| 13°°
Frankfurt,
Fussgängerpassage- lassen wir es uns gut gehen beim Pizzamann,
kommen
da nicht ein Rudel Beamte und nörgeln an den Mofetten rum. Zum
Glück
hatten wir schon fast aufgegessen und kamen mit einem blauen Auge
davon! Solange man noch TÜV für ein Moped ohne
Blinkerrelais wohl aber mit Blinkern kriegt, indem man bei der
Kontrolle durch den Prüfer den Schalter in
regelmäsigen Abständen betätigt, solange ist
das Leben noch des Bikens wert! Tape |
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Motorräder: 
KTM LC4 640
KTM EXC 520
KTM EXC 450
Yamaha XT 600
Strecke: 270 km
Treibstoff: ~ 50 l
Verschleiss:
Kettenschleifer XT
Lager Kettenradaufnahme XT
Platter Reifen LC4
Fototechnik:
Pentax Z1-P analoge SLR, Vivitar Serie 1 MF 70-210 mm 3.5
Peters Digicam
Text:
Bardo und Martin
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