Dahme, Buben, Gräben
Ich traf Bardo im
April 05 nach
einer Nacht im Freien am Abzweig Freiwalde. Zuerst rätseln wir
immer,
wohin denn die Reise gehen solle. Für Polen zu kurz. Und was
das
bedeutet ahnt jeder, der sich einmal im halben Jahr mit einem Freund
zwischen DD und B trifft. Das bedeutet, dass man sich etwas einfallen
lassen muß.
Kein Haufen, aber
Gräben
noch
und
Löcher finden sich im Süden Brandenburgs. Wir geraten
an die
falsche
Dahme, die gleich mein Vorderrad verschlingt, während sich
meine
Kralle
in ihre Weichteile bohrt. Wollten wir eigentlich die richtige Dahme an
der Bahnstrecke Berlin- Riesa überqueren zerren wir indessen
die
Ktm
aus dem Morast. Bardo bekommt zum Dank erstmal einen Salzhering von
mir.
Das bringt ihn ganz
ungezwungen
auf die Idee, die Mopeds X- Trailig an einem Seil über den
Graben
zu
schwingen. Die Erle ragt so genial darüber, da kann man nicht
zagen.
Ich also hoch in die Äste und knüpper meine
Wäscheleine
an. Die hatte
übrigens noch nicht mal ein Moped gezogen, man durfte gespannt
sein.
Unten strapste Bardo seinen stabilen Spanngurt zwischen Rahmenheck und
Steuerkopf. Nun den Motor an, ich nahm die Kupplung und Bardo Gas und
dann rüber damit. Das Seil dehnt sich und hält. Auf
der
andern Seite
hängt das Moped in der Luft, mit dem Gurt kann man nur ein
Stück
nachlassen- wenn wir doch nur den Knoten in der
Wäscheleine
aufbekämen...
Fast hatte ich schon das Messer im Anschlag, da
packt
Bardo es doch noch und der Ackergold bekommt endlich wieder seinen
verdienten Boden zwischen die Stollen.
Mit der Ktm finde
ich paar Meter
weiter eine gute Stelle und jetzt können wir endlich zur
Dahme-
Durchfahrt.
Fortsetzung v. Juli 2005
Was man bei den Fotos von der Wasserdurchfahrt nicht sieht: Damit wir
unseren Weg Richtung Westen fahren können und nicht um die
Fluten
gebracht werden, müssen wir die ICE- Strecke Riesa- Berlin
zweimal
kreuzen. Hierzu bedienen wir uns der Brücke über die
Dahme,
welche ja
sozusagen auch einen Tunnel mit einem Fluß drinnen darstellt.
Die KTM ist so hoch und der Tunnel so niedrig, daß ich neben
dem
Motorrad im Entenlauf und schleifender Kupplung über die
Steine
schiebe.
Jetzt fahren wir Richtung Annaburger Heide, das ist unser Fernziel weit
im Westen vom Land Brandenburg westlich der Stadt Herzberg.
Glücklicherweise nehmen wir uns
Unterwegs noch Zeit für das Sektionstraining an der Schwarzen
Elster.
Hier wird etwas gehüpft mit falscher oder halbherziger Technik
am
richtigen Motorrad. Aber meine Kralle wäre sicher auch sonst
vorne
abgebrochen, die war nämlich schon lange angeknackt. Bardo
hatte
gar
nicht so recht Lust auf den Hüpf und als ich erstmal runter
war
und das
Moped sich komplett ineinander schob, da fand ich's auch gut so. Die XT
wäre richtig stinkig gewesen bei so einer Aktion, und das zu
Recht.
Ich
wollte immer auf beiden Rädern landen und habe so im
entscheidenden
Moment zu wenig Traktion am Hinterrad gehabt- darum ist die KTM auch
komplett eingefedert.
Ein paar Tage später habe ich mir solche Hügel
gesucht und es
mal mit
Landung auf dem Hinterrad versucht- kein Vergleich!
Als wir endlich der besagten Heide ankamen fanden wir ein schlecht
betreutes Gebiet vor. Zu nerviges Gelände für unsere
Hintern
die schon von 150 km gemischtem Salat gezeichnet waren und auch
zu groß um sich mal schnell einen Überblick zu
verschaffen.
Es ist
immerhin ein ehem. Übungsgebiet. Es regnet und wir
beschließen quasi
den Heimweg anzutreten und nochmal dem Luckauer Gebiet Tag zu sagen.
Diese Option lässt uns nochmal richtig zu Hochform auflaufen
und
wir
tuckern wieder tüchtig die stumpfen Waldwege lang. Die Gegend
ist
so
stumpf- da muß man sogar 80 noch aufpassen nicht in eine
Rotwildherde
einzufahren.
Bardo fährt 200m vor mir, kaum noch zu sehen, aber dicht
genug,
damit
ich das Wetter das ihm gebührt auslöffeln
muß. Er hat
sie ja auch
losgemacht mit seinem Röchel. Eine Vollbremsung muß
jetzt
auf der
Stelle eingeleitet werden.
Das Nichts passierte ist wohl auch den Tieren zu verdanken, die in
unbegreiflichem Geschick wie ein Schwarm Fische um den klappernden
Torpedo herumwuselten, ihre großen Augen angstvoll auf meinen
15
Jahre
alten Nolan- Helm gerichtet.
Sonst ergab sich nur noch eine kleine Häufigkeit die weit und
breit das
einzig Interessante war. Trotzdem hatte Bardo etwas dagegen, den Haufen
richtig unter die Räder zu nehmen. Wir übten also
Indianerfahren!
Lautlos glitten wir die zarten Hänge hinan wenn der
Auslöser
der Pentax
K1000 losdonnerte.
Endlich wieder in unserm Gebiet hatten wir eine kleine
Wiedersehensparty auf einem Aussichtspunkt im Süden
arrangiert.
Das
Wasser in den Restseen stand so hoch, das die uns bekannten Umrisse
kaum zu erkennen waren. Gemeinsam fuhren wir an das Nordende und hier
trennten sich unsere Wege. Es war saukalt geworden.
Wenn
die Sonne lacht...
|
Sie
lacht
noch...
Ktm ohne hin und her im Graben
|
Stimmt
an
die Saiten!
Bardo spannt vor
|
Die
Aktion
startet um 11.04 Uhr
an einem Graben neben der Dahme
und die Bauern haben Pause
|
Ackergold,
ich weiß, Du schaffst es!
|
Ktm
LC4
640-
in stabiler Seitenlage
|

Speichenschlüssel
mit?
|
Ich
verschmelze mit der Natur
|
Wäscheleine
ist fest,
wie lang dehnt sie sich
bevor sie reißt? Kopfschutz!
|
Sie
hält
eine XTuning by Bardo,
halb leeren Tank und Gardena Chain-Oiler ohne Öl im
Vorratsbehälter
|
Auf
zu
neuen Taten.
Wir wollen durch die Dahme fahren
|
Wenig
Worte machen, Verdrängung der
Bahnbrücke Riesa-Berlin über die Dahme
|
|
Wasserdichte
Tschibo- Stiefel
|
Ein
Deich
an der Schwarzen Elster.
Sektionstraining
Aufwärtshüpfen.
Wohldosierter zweiter Gang
|
Ist
doch
kein Deich...
|

...aber der Fluß ist nicht weit
|
Sektionstraining
Abwärtshüpfen-
Tank voll... Gepäck auf der Kralle.
|
Auf
dem
Weg zum Gebiet Luckau & Co. einen...
|
...Haufen
gefunden, ich darf Nix kaputt fahren. Die spinnen, die Römer!
|
|
Ende
|
Fotos
Pentax K1000, 50 mm Pentax-M